Die Buckfastbiene – Eigenschaften, Herkunft und Besonderheiten


Herkunft und Einordnung der Buckfastbienen
Die Historie der Buckfastbiene (Professor Armbruster / Bruder Adam) ist bereits in vielen Büchern dokumentiert und wahrscheinlich uns allen bekannt, daher werden wir diesen Teil der Geschichte vernachlässigen.
Verweisen wollen wir hier an dieser Stelle auf die von Bruder Adam geschriebenen Bücher: „Auf der Suche“ und „Meine Betriebsweise“, erschienen im Kosmos Verlag sowie auf das Buch von Raymond Zimmer: „Die Buckfastbiene -Fragen und Antworten„, erschienen im KOCH Imkerei-Technik-Verlag.
Vergleiche zwischen der Buckfastbiene und anderen Bienenrassen wollen wir nicht anstellen, ist doch die Auswahl der Biene von irrationalen Umständen und persönlichen Neigungen geprägt und weniger von der wissenschaftlichen Ratio.
Hinzu kommt, dass es viel zu oft bedauernswerte Gehässigkeiten zwischen Züchtern verschiedener Bienenrassen – z. B. Buckfast und Carnica – gibt und wir dieses bestehende Misstrauen nicht auch noch schüren wollen.
Als unrühmlichstes Beispiel sei hier ein Wissenschaftler erwähnt, der den höheren Honigertrag bei Buckfastvölkern bösartig auf die verbliebene Futtermenge im Volk zurückführt, die die Bienen einfach umgetragen und so das Ernteergebnis gravierend verändert hätten.
Hier sei die Frage erlaubt, ob wir nicht genug Probleme in Europa haben, die die Imkerschaft bedrohen und deren Lösung längst überfällig ist. Wäre hier eine Bündelung der Kräfte nicht angebracht?
Buckfastbiene und Zucht
Warum wir Buckfastbienen züchten
Nichts wird in der Imkerschaft so kontrovers diskutiert wie die Wahl der Bienenrasse. Ja, eigentlich könnte dieses schon als monokausale Auseinandersetzung betrachtet werden, quasi wie ein Boxkampf, der im Vorabendprogramm angekündigt wird:
CARNICAIMKER VS. BUCKFASTIMKER
Fisch oder Fleisch? – Wir nehmen klar Stellung:
Wir, damit meine ich meinen Mann Ramunas und mich, sind reine Buckfastimker. Wir lieben ihre Eigenschaft der Schwarmträgheit und sie erlaubt uns, Bienenstände bis zu 120 km von unserem zuhause dauerhaft zu halten und erfolgreich zu bewirtschaften.
Unsere Liebe und Verbundenheit zu der Buckfastzucht bezeugen wir auch dadurch, dass wir F0 – Buckfastköniginnen (im Volksmund Reinzuchtköniginnen) an Vermehrungsbetriebe abgeben, um die Buckfastbiene zu erhalten. Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, so gut wir können.
Vor dem Hintergrund, dass wir als Berufsimker schwarmträge Bienenvölker benötigen, ist die Buckfast für uns die bessere Biene.
Dies bedeutet aber nicht, dass nicht auch die Carnicabiene ihre Berechtigung hat. Die Carnica holte in der Vergangenheit gehörig an Qualität auf und wer von uns einmal reine Carnicavölker sehen durfte – wohl nur die wenigsten von uns können dies von sich sagen, sind doch die meisten Carnicaimker schon lange keine solchen mehr sondern glückliche Besitzer von F 7 und F 8 Anpaarungen deutscher Landrassebienen – schätzt ihre vielen guten Eigenschaften.
Warum sollen die echten und guten Eigenschaften nicht erhalten werden? Wir haben immer 10 bis 15 Prüfvölker der Zuchtrichtung Carnica in unserem Garten und sind mit ihren Eigenschaften zufrieden. Eine wunderbare Frühjahrsentwicklung, guter Honigertrag, weiße Honigdeckelung – ein Traum.
Der Nachteil der Schwarmneigung ist leider reel (sorry, liebe Carnicazüchter)und benötigt immer eine erhöhte Aufmerksamkeit, verbunden mit wöchentlicher Revision aller Völker dieser Zuchtrichtung, aber bei dieser Völkerzahl ist das Problem zu händeln.
In der Carnicazucht sind wir ein reiner Vermehrungsbetrieb und arbeiten mit österreichischen und slowenischen Züchtern zusammen. Zur Anpaarung nutzen wir die allgemein bekannten Belegstellen, selektieren aber dann genauso akribisch wie in der Buckfastzucht weiter.
In der Zeit, in der wir neben der Buckfastbienenzucht die Carnicabienen vermehren, sind wir auf viele Feindseligkeiten gestoßen, und zwar von denen, die selbst jahrelang aufgrund ihrer Bienenwahl (Buckfast) von den „bösen“ Carnicazüchtern diskriminiert wurden, so z. B. ein Buckfastzüchter und Betreiber einer Belegstelle, der unser „Tun“ als unseriös empfand und versuchte, uns öffentlich an den Pranger zu stellen.
Weil wir so offen auf unserer Internetseite über diese Erfahrungen berichten, brach kürzlich ein „buckfastlastiger“ Wissenschaftler jeglichen Kontakt zu uns ab.
Gepeinigte wurden zu Peinigern …
Natürlich ist hier die Grundeinstellung in Deutschland, imkerliche Belange und anstehende Entscheidungen „pro-carnica“ zu beurteilen und entsprechend zu verfahren, als Hauptursache für den immerwährenden Zwist zwischen den Parteien anzusehen. Auch für uns ist es unerträglich, nach über 80 Jahren der Züchtung der Buckfastbiene durch Br. Adam noch Zweifel über ihre Erbfestigkeit und die Gefahren der Aufspaltung bei Buckfaststämmen hören zu müssen, besonders dann, wenn diese Vorwürfe von Menschen kommen, die es wirklich besser wissen müßten, nämlich von Bienenwissenschaftlern.
Da liegen dann die Nerven blank; alte Rechnungen werden dann eben sehr manigfaltig beglichen und nicht immer trifft es den Richtigen.
Allerdings waren wir nie politisch motiviert und möchten uns auch nicht vor einen „Karren“ spannen lassen, egal, ob hier die Carnica oder die Buckfastbiene gezogen werden soll.
Auch haben wir es schon lange aufgegeben, Verständnis dafür aufzubringen, dass sich Carnica- und Buckfastlager dauernd „in den Haaren“ liegen.
Mein Mann hat viele Jahre als Wirtschaftsdirektor und Manager das Dreifache dessen verdient, was wir mit unseren Bienchen bescheiden erwirtschaften.
Es reicht zum Leben und das Wichtigste: Wir sind glücklich. Wer hier Profitgier vermutet, neigt wohl selbst zur besagten Unseriosität.
Unterbelichtete Geister gibt es leider auch unter Buckfastimkern, doch wird dies nichts an unserer Entscheidung ändern, auch in Zukunft eine sehr gute Buckfast und Carnicabiene zu züchten.
Bei uns galt und wird immer gelten: „Wer die Wahl hat, hat …„
Die Buckfast, Zuchtziele und derzeitiger Zuchtstand
Die Buckfastbiene ist zwar eine vom Menschen erschaffene (Kunst) Rasse, allerdings keine Hybridbiene, wie oftmals fälschlich behauptet wird.
Der Dobermann wurde mit dem Ziel gezüchtet, als Jagd- und Wachhund einsetzbar zu sein. Hierzu waren viele züchterische Versuche nötig und der Erfolg stellte sich nicht sofort ein. Es entstand eine Zuchtrichtung, die ebenfalls ausschließlich von Menschenhand geschaffen wurde.
Bei einer Kreuzung zwischen Dobermannweibchen und Dobermannmännchen erhalten wir natürlich wieder Welpen der Zuchtrichtung Dobermann. Keiner von uns würde dieses auch nur in Frage stellen.
… und bei unseren Buckfastbienen … ?
…verhält es sich natürlich auch so:
Kreuzt man Buckfastkönigin mit Buckfastdrohnen, entstehen wieder neue Buckfastbienen.
Alles klar?
Es gibt Behauptungen, die davon ausgehen, dass für den Erhalt der Buckfastbiene importiertes Zuchtmaterial unerlässlich wird. Dieses ist nur zum Teil richtig und oftmals eher schädlich als hilfreich für die Wahrheitsfindung – solche Aussagen verwirren viele Jung- wie auch Altimker. Nach wissenschaftlichen Untersuchungen reichen drei nicht verwandte, verschiedene Linien ein Imkerleben aus, Bienenzucht zu betreiben, ohne nennenswerte Inzuchtdepressionen zu beklagen.
Nur bei Neukreuzungen (hier lässt sich wieder streiten, wie diese Kombinationen genannt werden sollen) wird auf Anatolica, Cecropia oder die Sahariensis zurückgegriffen, um einen stetigen Zuchtfortschritt und eine Anpassung an wechselnde klimatische Begebenheiten zu erreichen. In Kombinationszucht wird zwischen der aktuellen Buckfastbiene und dem erwähnten Zuchtmaterial eingekreuzt. Hiermit können verschiedene Ziele erreicht werden, wie z. B. die Vitalisierung einer bestehenden, unbefriedigenden Linie.
Erst wenn nach intensiver Auslese eine nachzuchtwürdige Generation geschaffen wurde, sprechen wir von einer neuen Buckfastlinie. Nur wenigen Imkern (Züchtern) ist dieses oben erwähnte bisher gelungen – hiermit ist unseres Erachtens nach auch
nicht die klassische Buckfastzucht gemeint, auch wenn von vielen –wie bereits erwähnt – es so missverstanden wird.
Oftmals wird das Bild von zu Erkundungs- und Forschungsfahrten ausufernden Imkerurlauben heraufbeschworen, die nur mit dem Ziel unternommen werden, um neues, reines Zuchtmaterial zu finden, welches dann wieder in bestehende Buckfastlinien eingekreuzt werden kann (Anatolica, Cecropia, etc. ).
So sprechen dann heute auch viele (Carnica) Imker von den „kleinen Adams“ (Buckfastzüchter), die in ihren Hosentaschen neue Bienenrassen importieren, um sie in einer verantwortungslosen Art und Weise bunt und kreuz und quer einzukreuzen – die Gefahr der Einschleppung von neuen Bienenparasiten negierend. Natürlich gibt es das auch – doch sind diese Fälle sicherlich nicht öfter zu verzeichnen als Imkerreisen nach Polen, Litauen (auf der Suche nach der „guten Apis mellifica mellifica“), Italien (Ligustica) oder Slowenien (Carnica).
Hier sollte der Grundsatz gelten: Nur wer die BUCKFAST kennt, sollte über sie sprechen.
Und wer sie einmal ausprobiert hat, gehört meistens zu den Imkern, die sie halten – aber nicht mehr darüber sprechen…
Die Carnicabiene
Wir Imker nennen sie kurz und liebevoll CARNICA und meinen eigentlich die Krainer oder Kärntner Biene.
Es handelt sich hierbei um eine natürlich entstandene Rasse (apis mellifica carnica), hervorgegangen aus der Westlichen Honigbiene. Durch ihre große Volksstärke und eine sehr gute Frühjahrsentwicklung hat sie innerhalb kurzer Zeit nach ihrer Verbreitung im deutschsprachigen Raum ihre Schwester, die Dunkle Europäische Biene (apis mellifica mellifica), verdrängt. Charakterlich wurde die Carnicabiene von ihrer klimatisch kontinental dominierten Heimat (nördlicher Balkan) geprägt; sie bevorzugt heiße Sommer und kalte Winter.
Die Überwinterung der Carnica vollzieht sich in verhältnismäßig kleinen Völkern mit dem Vorteil, dass der Imker bis zu 5 kg an Winterfutter einsparen kann (wieder im Vergleich zur Buckfast). Die Frühjahrsentwicklung erfolgt rasant mit einem heftigen Schwarmtrieb, der autochthon (ursprünglich) und daher nur schwer züchterisch zu bearbeiten ist. Im Sommer stellt die Carnica während der Trachtpausen das Brutgeschäft fast vollständig ein. Diese sehr gute graue Biene ist für unsere klimatischen Verhältnisse zu empfehlen und verspricht besonders eine reiche Frühtrachternte. Empfehlen können wir die Carnicabiene besonders Hobbyimkern mit bis zu 10 Völkern, die – mit einem vernünftigen Zeitmanagement ausgestattet und die Schwarmverhinderung immer im Auge behaltend – gute imkerliche Erfolge mit dieser Biene haben werden.
Grundsätzlich ist die bis heute verbreitete Zuchtmethode der Carnicazüchter, Zuchtstoff und die daraus resultierenden Zuchtlinien nur aus einem Urvolk abzuleiten, kritisch zu bewerten. Da durch diese züchterische Maßnahme die genetische Variabilität sehr stark eingeengt ist, schwebt die Gefahr der strengen Inzucht wie ein Damoklesschwert über viele Carnicalinien. Vor dem Hintergrund der Lücken im deutschen Belegstellensystem wirkt sich eine unerkannte Blutauffrischung sehr belebend auf die oben genannten Zuchtbemühungen aus und verhindert so manche Enttäuschung in der Zuchtarbeit. Die Carnicazüchter, mit denen wir zusammen arbeiten, sind verantwortungsvoll genug und importieren (in bester Buckfastmanier) aus Slowenien, Österreich und Ungarn regelmäßig neues, vorgeprüftes Material.
Züchterisch bearbeitete Linien wie TROISECK, SKLENAR oder PESCHETZ sind also wieder auf dem Vormarsch.
Gäbe es einen „Steckbrief für Carnica“, würde dieser so aussehen:
● schnelle Frühjahrsentwicklung
● Brutpausen während der Trachtlücken
● große Sanftmut
● schwacher Bautrieb
● große Schwarmneigung
● gute Orientierungsleistung
● schwach ausgeprägter Hang zur Räuberei
Weiterführende Informationen

Unser Zuchtprogramm
Allgemeine Informationen zu unserer Zuchtlinie und unserem Zuchtprogramm
Weiterführende Informationen zur Buckfastkönigin
Warum wir die Buckfastköniginnen züchten

Bestellvorgang und Lieferung
Informationen über die Verfügbarkeit, Lieferung und den Bestellvorgang von Buckfastköniginnen.